MP5 der Schweizer Armee

Beschrieben werden die MP5 und weiter unten die MP5 SD. 

Abbildung: HK MP5 der Schweizer Armee. Bezeichnung nach Reglement: "9 mm Mp HK 5 A5"

Bildquelle: https://www.mediathek.admin.ch/media/image/174e1018-2679-4af9-ba9e-28d6d5894454S

 


Geschichtliches

Vorgänger der MP5 in der Schweizer Armee war die MP 43 bzw. die MP 43/44, welche ab 1943 über mehrere Jahrzehnte im Einsatz stand. Die Sanitätstruppen wurden an der MP 43/44 bis in die 1980er Jahre ausgebildet. Bei allen anderen Truppenteilen wurde die MP43/44 ab 1957 zügig durch das Stgw 57 abgelöst. 

 

Das letzte Reglement (dunkelgrün) "Die 9 mm Maschinenpistole 1943/44" ist gültig ab 1. Mai 1987. Somit ist anzunehmen, dass die MP43/44 auch nach 1987 bei gewissen Truppenteilen Verwendung fand.

 


Die MP5 in der Schweizer Armee

Bezeichnung nach Reglement: "9 mm Maschinenpistole HK 5 A5" bzw. Kurzform "9 mm Mp HK 5 A5".

Vorgänger war eventuell die "9 mm Mp HK 5 A3". ("A3" ist ohne, und "A5" ist mit 3-Schuss Automatik.) Die Bezeichnung "9 mm Mp HK 5 A3" ist im grünen Reglement jedenfalls aufgeführt und hat auch eine ALN. Ich gehe davon aus, dass die A3 das traditionelle konturierte SEF Griffstück hatte.

Die 9 mm Mp HK 5 A3 wurde 2017 ausgemustert.

Reglemente zur MP5 der Armee

Reglement «Grün», gültig ab 1. Januar 2000

(Bemerkung: In diesem Reglement sind die Abbildungen der MP5 immer mit Korntunnel geschlossen.)

Reglement «Weiss», gültig ab 1.7.2016

(Bemerkung: In diesem Reglement sind die Abbildungen der MP5 immer mit Korntunnel offen.)

 

Bemerkung zu den Reglementen: 
Auf der Abbildung unten ist zu erkennen, dass die Schweizer Armee offenbar auch die reguläre Kurzbeschreibung der MP5 von Heckler & Koch verwendet. 

Da die MP5 per 1992 in der Schweizer Armee eingeführt wurde, das erste spezifische MP5-Armee-Reglement aber vom Jahr 2000 stammt (Reglement "Grün", siehe oben), ist davon auszugehen, dass bei der Einführung der MP5 die reguläre HK-Kurzbeschreibung als Grundlage für die Instruktion, Waffenhandhabung und -pflege diente. Die Abbildung oben links ist von Region 2020. Diese HK-Kurzbeschreibung ist also parallel zu den Armee-Reglementen nach wie vor in Gebrauch.

 

Armee Lagernummern - ALN

In den oben gezeigten Reglementen zur MP5 (grün und weiss) sind sogenannte ALN  (Armee Lagernummer) angegeben. Jeder in der Schweizer Armee geführte Artikel, also auch die MP5, erhält eine ALN. Wobei diese ALN mittlerweile durch eine SAP-Nummer abgelöst wurde.

In den Reglementen finden sich folgende Nummern:

  • HK 5 A5 ist ALN 671-8879 (oder neu SAP 2531.6895)
  • HK 5 A3 ist ALN 671-8813 (wurde 2017 ausgemustert)
  • HK 5 SD3 ist ALN 671-8900

Aufgrund von Anpassungen und Ergänzungen an den Waffen existieren eventuell noch weitere ALN für die MP5.


Einführung der MP5 in der Schweizer Armee

Gemäss Angaben aus verlässlichen Quellen wurde die MP5 1992 in der Schweizer Armee eingeführt.

Anhand der mir bekannten Seriennummern-Spannen und meiner Einschätzung ist anzunehmen, dass die Armee über einen Bestand von schätzungsweise gegen 1'000 MP5 im Standardformat verfügt. Die MP5 findet Verwendung bei den Grenadieren und Sicherungseinheiten der Militärpolizei (auch Berufs-MilPo). Die Waffe wird für Bewachungs- und Sicherungsaufgaben eingesetzt.

Die MP5 ist eine "Korpswaffe". Je nach Einsatz- bzw. Tagesbefehl wird die MP5 zum Beispiel am Morgen im Mat Lager abgeholt und abends wieder im Mat Lager abgegeben. Die MP5 hat keine persönliche Zuteilung anhand der Seriennummer. Bei jedem Einsatz hat man also mit grosser Wahrscheinlichkeit wieder eine "andere" MP5… (was dem sorgsamen und gewissenhaften Umgang mit der Waffe nicht förderlich sein dürfte).

 

Die Seriennummern

Bei den MP5 der Schweizer Armee gibt es drei Arten von Seriennummern: "C 35xxxx", "62-37xxxx" und "A xxxxx". Alle Waffen tragen nebst der Seriennummer das Schweizer Beschusszeichen (Eidgenössischer Beschussstempel, genannt "Berner Probe").

 

A) Erstes Batch der MP5 an die Armee: C 35xxxx, Seriennummer auf der Gehäuse-Oberseite, kein Schweizerkreuz auf dem Magazinschacht rechts.

Die "C"-Waffen der Schweizer Armee MP5 haben die Nummernspanne C 354221 bis C 354720. (499 Waffen).

Bemerkung: Die C xxxxxx Nummern wurden von HK verwendet bis Region 1992.

 

Bild unten: C  354262 und C 354567. Deutlich zu erkennen ist das CH-Beschusszeichen auf der Gehäuseoberseite.

 

B) Zweites Batch der MP5 an die Armee: 62 - 37xxxx, Seriennummer auf der Gehäuse-Oberseite, kein Schweizerkreuz auf dem Magazinschacht rechts.

Die "62 -"-Waffen der Schweizer Armee MP5 haben die Nummernspanne 62-375958 bis 62-376077 (119 Waffen).

Dieser Nummernblock, also 62-375xxx bis 62-376xxx lässt auf das Produktionsdatum 1999 schliessen. Dieses zweite Batch wurde also 1999/2000 an die Bestände der Armee geliefert.

Die 62 - xxxxxx Nummern (Präfix 62) wurden, bzw. werden von HK verwendet ab Region 1988 bis heute.

 

Bemerkung: Die C 3xxxxx und die 62 - 3xxxxx Nummern sind reguläre HK-Produktionsnummern aus der laufenden Produktionsserie.

 

C) Drittes Batch der MP5 an die Armee: A xxxxx, Seriennummer ("A" steht für Armee) auf dem Magazinschacht rechts und eventuell auch oben auf dem Gehäuse. Die "A"-Waffen zeigen auch das Schweizerkreuz auf dem Magazinschacht rechts. Die in dieser Art bezeichneten Waffen sind seit Region 2015/2016 +/- im Dienst der Armee. (So angenommen, da zweites Reglement zur MP5 auch von 2016 stammt).

 

Die Seriennummern A xxxxx (Nummer nur 5-stellig. Reguläre HK Laufnummern sind 6-stellig) sind keine regulären HK Seriennummern. Die A xxxxx Nummern stellen einen eigenen Nummernblock dar.

 

Die Montage des Aimpoint CompM2 (siehe unten) wird auch mit der Seriennummer der Waffe gekennzeichnet. Jedes Aimpoint hat somit "seine" Waffe. 

 

Über die letzten 10 Jahre (Info von 2023) wurden die MP5 via B&T an die Armee geliefert. Das sind dann wohl alle Waffen mit A xxxxx und dem Schweizerkreuz auf dem Magazinschacht rechts. 

Ich kann mir gut vorstellen, dass das Schweizerkreuz durch B&T (und nicht durch HK) gelasert wurde oder zumindest stammt die Idee von Brügger&Thomet, denn die BT96 von Brügger&Thomet sind auch mit dem gleichen Schweizerkreuz an der gleichen Stelle "geschmückt".  

Bemerkungen zu B&T: B&T wurde 1991 gegründet. B&T war bis 2023 Generalimporteur und Vertriebsstelle für Heckler & Koch in der Schweiz. Die Armee HK Waffen liefen also frühestens ab 1991 über B&T, sofern B&T schon ab 1991 die HK Vertretung für die Schweiz hatte.

Allgemein: Die MP5 der Schweizer Armee sind ausschliesslich mit einschiebbarer Schulterstütze A3 in nicht verstärkter Ausführung ausgestattet. Die Schweizer Armee verwendet keine feste Schulterstützen A2.


Korntunnel geschlossen und Korntunnel offen

Die MP5 der Schweizer Armee haben heute alle einen offenen Korntunnel bzw. Kornaufsatz, was den schiesstechnischen Einsatz der Aimpoint Zielhilfen verbessert, denn der offene Korntunnel führt zur freien Visierlinie bei der Verwendung des Aimpoint CompM2.

Bei im Dienst befindlichen Waffen mit ursprünglich geschlossenem Korntunnel, wurde der Korntunnel nach Einführung der Aimpoint Zieleinrichtung nachträglich durch die Büchsenmacher der Armee in Handarbeit geöffnet. (Das von der Armee verwendete Aimpoint CompM2 wurde hergestellt in den Jahren 2000 - 2012. In diesem Zeitraum dürfte also das Aimpoint in der Armee eingeführt worden sein.)

Die MP5 mit den "A"- Seriennummern wurden mit bereits offenem Korntunnel an die Armee geliefert.

Dieser offene Korntunnel scheint mehr oder weniger eine schweizerische Spezialität zu sein. Nicht nur die Armee, sondern auch viele Polizeikorps in der Schweiz verfügen über dieses "Upgrade", welches man ausserhalb der Schweiz nur sehr selten antrifft.

 


Für die weiteren Betrachtungen unterteile ich die MP5 der Armee in zwei Ausführungstypen:

Erste Ausführung: Zu dieser Kategorie zähle ich die Waffen mit Seriennummer-Präfix "C" und "62".

Zweite Ausführung: Zu dieser Kategorie zähle ich die Waffen mit Seriennummer-Präfix "A".

 

Erste Ausführung der MP5 der Schweizer Armee

Waffen mit Seriennummer-Präfix "C" und "62"

 

Die Abbildungen entstammen dem Reglement «grün», gültig ab 1. Januar 2000

 

Analyse der oben abgebildeten Waffe:

HK MP5 der Schweizer Armee, erste Ausführung

  • Waffen der ersten Ausführung entweder mit Seriennummer C 3xxxxx oder 62 - xxxxxx
  • Korntunnel geschlossen (Korntunnel wurden später alle geöffnet, als das Aimpoint zum Einsatz kam)
  • gerades Griffstück (seitens HK verfügbar ab 1982)
  • «Cal.» (Diese Bezeichnung wurde bei HK ab Zeitraum 1985/86/87 eingeführt.)
  • Abzug mit Aufnahmestifte für Winterabzug
  • Schulterstütze Verriegelungsflügel ist aus Metall. Interessant…! Die Stütze mit dem metallischen Verriegelungsflügel wurde seitens HK bis Region 1983 geliefert. Im Anschluss bzw. ab 1983 war der Verriegelungsflügel aus Kunststoff. Dieser metallische Verriegelungsflügel stimmt eigentlich nicht mit dem angenommen Einführungsdatum 1992 überein. Ich kann nur vermuten, dass die Waffen armeeseitig spezifisch mit dem Flügel aus Metall bestellt wurden.
  • MP5 der ersten Ausführung wurden mit der Einführung des Aimpoint CompM2 mit der kurzen B&T Schiene BT-21222 bestückt

Bis auf den metallischen Verriegelungsflügel am Schiebeschaft passen alle Merkmale der Waffe im Reglement "grün" mit dem weiter oben angegebenen Einführungsdatum 1992 zusammen.

 

Die Armee-Beschusszeichen befinden sich bei der Waffe auf der Oberseite des Gehäuses und auf dem Lauf (da, wo üblicherweise auch HK die  Beschusszeichen anbringt).

 

Einige Bilder der MP5 erste Ausführung

MP5 erste Ausführung: Ursprünglich waren die Korntunnel der Armee MP5 geschlossen. Nach der Einführung der Aimpoint CompM2 Visiere wurden die Korntunnel nachträglich durch Waffenspezialisten der Armee geöffnet. Aus diesem Grund hat die oben abgebildete MP5 einen offenen Korntunnel.

Auf dem Bild ist auch zu erkennen, dass zwar die HK R3/3 Schlinge verwendet wird, aber oft mit einer, der Schweizer Armee eigenen Montageart; die Schlinge wird nicht immer am Riemenbügel befestigt, sondern oft um die Schiene der Schulterstütze geschlungen.

 

Einsatz der MP5 bei der Militärpolizei. Die abgebildete Waffe ist erste Ausführung und mit kurzer B&T Schiene bestückt (wie oben beschrieben). Foto: www.explorateur.ch

 

Einsatz der MP5 bei der Berufs-Militärpolizei der Schweizer Armee. Armee und Berufsmilitärpolizei haben die MP5 in exakt gleicher Ausführung und Ausstattung. Die gezeigte MP5 ist nach meiner Terminologie "erste Ausführung" (z.B. kurze B&T Schiene).

 

Weitere tolle Bilder von www.explorateur.ch der MP5 in der ersten Ausführung, also mit der kurzen B&T Schiene und ohne Schweizerkreuz auf dem Magazinschacht. Die abgebildeten Waffen sind nachgerüstet mit dem 3 Rail B&T Handschutz TL 99 A1 3, Art. Nr. BT-401003 und dem B&T-Licht WML GEN2.

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Durch Anklicken der Bilder erhalten Sie eine vergrösserte Darstellung. 


Zweite Ausführung der MP5 der Schweizer Armee

Ab 2015/2016, Seriennummern A xxxxx

Mit Schweizerkreuz und zusätzlich Seriennummer rechts auf dem Magazinschacht

Die Abbildung entstammt dem Reglement «weiss», gültig ab 1.7.2016

 

Zweite Ausführung der MP5 der Schweizer Armee. A 20110.

Foto: Grosses Dankeschön an http://www.explorateur.ch/

 

Veränderungen von erster zu zweiter Ausführung:

  • Seriennummer jetzt A xxxxx, angebracht auf dem Magazinschacht rechts (und wohl auch zusätzlich oben auf dem Gehäuse)
  • Korntunnel jetzt offen (ab Werk oder durch B&T)
  • B&T Montageschiene lang; Artikelnummer: BT-21262-1
  • CH-Kreuz gelasert auf dem Magazinschacht rechts
  • ID-Tag auf dem Magazinschacht rechts
  • Schulterstütze Verriegelungsflügel ist jetzt aus Kunststoff
  • Der Montagesockel bzw. das Schnellmontageelement des Aimpoint trägt die Seriennummer der zugehörigen Waffe. 

 

  • An der MP5 zweite Ausführung finden sich natürlich weitere diverse, durch HK in die Serie umgesetzte Anpassungen wie z.B.: Magazinhalterung links flach (nicht mehr vernietet seit +/-1999), Klammer für Tragegurt auf dem Magazinschacht rechteckig (durch HK geändert +/-2001) etc.

 

Annahme: Die zu Illustrationszwecken verwendete Waffe im Reglement "Weiss" ist von 2015/2016. Und obwohl zu diesem Zeitpunkt die Schulterstütze in verstärkter Ausführung schon längere Zeit zur Verfügung stand, hat sich die Armee bei der 2015/2016-beschafften Serie entschieden, bei der "normalen", nicht verstärkten Schulterstütze zu verbleiben.

 

Einige Bilder MP5 zweite Ausführung

Foto: www.explorateur.ch

MP5 zweite Ausführung. Deutlich zu erkennen: Das Schweizerkreuz und die Seriennummer auf dem Magazinschacht. Die Aimpoint-Montage ist mit der Seriennummer der Waffe gekennzeichnet. Seriennummer ist A 20011.

 

Fotos: www.explorateur.ch

Die weissen Tapes bestätigen, dass die Waffe einer ordnungsgemässen Entladekontrolle unterzogen worden ist. 

 

Die Seriennummer der Waffe ist auch auf der Schnellmontage des Aimpoint graviert. Seriennummer hier ist A 20164 und A 20025.

Die zusätzliche Nummer auf der Schnellmontage, z.B. "742" bzw. "603", bezieht sich mit grosser Wahrscheinlichkeit auf die letzten 3 Zahlen der Seriennummer des AimpointM2 4 MOA.

10336 ist die Typennummer des AimpointM2 4 MOA und #235692 in diesem Beispiel die Seriennummer/Produktionsnummer des Aimpoint.


Griffstück

Das Griffstück der MP5 der Schweizer Armee hat mit "S-1-3-30" eine "exklusive", nur bei der MP5 der Schweizer Armee verwendete Bezeichnung der Feuerwahlpositionen.

Schrifttyp und Auslegefarben sind HK standardmässig: Schrift ist "Fette Mittelschrift 6 DIN 1451", (DIN = Deutsche Industrie Norm). Sehr nahe an dieses Schriftbild kommt der Typ "Alte DIN 1451 Mittelschrift Regular". Auslegefarbe ist cremeweiss RAL 9001 und feuerrot RAL 3000.

 

 

Interessant: Für die Prototypen "MP 2000" (1988-1990) verwendete Heckler & Koch fast die gleiche Bezeichnung der Feuerwahlpositionen, wie diese auch exklusiv für die MP5 der Schweizer Armee verwendet wurden, also 0-1-3-30.


Waffenlicht

Die Truppe verwendet in Ergänzung zum traditionellen breiten HK Handschutz den Surefire Handschutz mit Waffenlicht und Tastschalter. Der von der Armee verwendete Surefire Handschutz ist eine ältere Version mit Glimmlampe und daher eher mit geringer Lichtausbeute. Dieses Zubehörteil wird im Reglement bezeichnet als "Weisslichtgerät" und verfügt über eine eigene Tragetasche. (Die neuen Versionen des Surefire verfügen über einen LED-Leuchtkörper mit wesentlich mehr Lumen-Leistung und einen zusätzlichen Konstant-An-Schalter. Zudem sind die Neuen (kritikwürdig) auf der rechten Seite sehr auffällig mit "Surefire" beschriftet.) 

 

Die Tasche für den Surefire Handschutz wird üblicherweise nicht auf Mann getragen, es sei denn, es wird angeordnet. Das Surefire wird also je nach Tagesbefehl zum Beispiel am Morgen an die MP5 montiert oder eben nicht und die Tasche verbleibt im Depot. Das wurde mir so von einem Mitglied der Militärpolizei erklärt.

 


2023 hat die Armee für die MP5 den B&T Handschutz TL 99 A1 3, Art. Nr. BT-401003 und das B&T-Licht WML GEN2 eingeführt.

Foto: www.explorateur.ch

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Aimpoint Zielgerät

Beim Aimpoint Zielgerät handelt es sich um ein Aimpoint CompM2 4 MOA, welches mit einem Magnet-Induktionsschalter (der längliche Zylinder, welche auf dem Batteriefach aufgeschraubt ist) ausgerüstet ist. Wenn das Gerät mit dem Drehschalter auf "Ein" geschaltet ist, aktiviert sich der rote Punkt erst dann, wenn die vordere Abdeckklappe (siehe Bild unten) geöffnet wird. Funktionsprinzip: Im Sockel der Abdeckklappe ist ein Metallstück eingegossen. Beim Öffnen der Abdeckklappe entsteht über dieses Metallstück und dem Induktionsschalter eine Induktionsschlaufe, welche den Stromfluss freigibt und damit den Rotpunkt aktiviert. Dieses System der Rotpunkt Aktivierung fand keine breite Anwendung.

 

 

 


Bereitschaftstasche

Die Waffen werden inklusive Zubehör (siehe Beschreibung) in diesen Taschen eingelagert und ausgegeben. Die Taschen gibt es in Grün und in Blau. Grüne und blaue Taschen werden parallel geführt.

... plus ab 2000.... 2012 (?) ein Aimpoint CompM2

 

Waffentasche in Blau:

 

 

Ich persönlich erachte diese Transporttasche als suboptimal; da wird alles reingewurschtelt und dann gut durchgeschüttelt. Inklusive Aimpoint. Und die "gefüllten" Taschen werden ja wohl eher sehr robust "behandelt". Der ganze Inhalt wird unnötig strapaziert. 


Montageschienen 

Die Montageschienen sind von B&T. Die Montageschienen der Armee unterscheiden sich geringfügig von den "gleichen" Montageschienen, welche im Handel verfügbar sind.

 

Montageschiene "kurz" für die MP5 Ausführung 1, Bilder zeigen die linke Seite.

Foto links: Die "kurze" Montageschiene der Armee hat unten auf der linken Seite keine Ausfräsung.

Foto rechts: Montageschiene aktuell, bzw. aus dem Handel, Artikel-Nr. BT-21222, mit Ausfräsung unten linke Seite.

 

Die Montageschiene der Armee verzichtet zudem auf das B&T-Logo, welches beim "Handelsprodukt" auf der rechten Seite angebracht ist. 

 

 

Montageschiene "lang" für die MP5 Ausführung 2, Bilder zeigen die linke Seite.

Foto links: Die "lange" Montageschiene der Armee hat hinten keine Ausfräsung auf der linken Seite.

Foto rechts: Montageschiene aktuell, bzw. aus dem Handel, Artikel-Nr. BT-21262-1, mit Ausfräsung hinten linke Seite.

 

Die Montageschiene der Armee verzichtet zudem auf das B&T-Logo, welches beim "Handelsprodukt" angebracht ist. 


Putzzeug 1. Generation

Die Putzzeug-Rolltasche der 1. Generation ist diejenige des Stgw 57, aber ausgestattet mit Reinigungszubehör für das 9 mm Kaliber und dem teuersten Schraubendreher der Welt (bekannt als HK Visierstellwerkzeug).

 


Fotos der 9 mm Mp HK 5 A5 im Einsatz bei Polizeigrenadieren der Schweizer Armee

Einige der nachfolgenden Bilder wurden mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt von: www.explorateur.ch

 


MP5 SD der Schweizer Armee
Bezeichnung in der Armee ist "9 mm Mp HK 5 SD3"

 

Alle MP5 SD bzw. 9 mm Mp HK 5 SD3 der Schweizer Armee stammen aus dem «Projekt 26» (Widerstandsorganisation), kurz «P-26», welches in der Gruppe für Generalstabsdienste des Bundes angesiedelt war. Der Aufbau der P-26 begann um 1980; 1990 wurde die Organisation offiziell aufgelöst. Die P-26 ist ein interessantes Kapitel der Schweizer Militärgeschichte aus der Spätphase des Kalten Krieges. Weitere Informationen über die P-26 finden Sie hier: P-26 – Wikipedia

Ein erstes Los MP5 SD wurde 1979 an die P-26 geliefert. Der Gesamtbestand betrug 420 MP5 SD. Nach der Auflösung der P-26 beschaffte die Armee keine weiteren MP5 SD. Die vorhandenen Waffen gingen an das Festungswachkorps/FWK und später zur Militärischen Sicherheit/Mil Sich (Organe und Einheiten der Schweizer Armee, die für Polizei-, Sicherheits- und Schutzaufgaben zuständig sind) und zum Kommando Spezialkräfte/KSK.

Anpassungen an der MP5 SD:
Schalldämpfer, Lauf, Steuerstück und Zuführrampe wurden bei dieser MP5 SD nach Vorgaben der P-26 modifiziert, damit die nur in der Schweizer Armee verwendete Pistolenpatrone 41 im Kaliber 9 × 19 mm Parabellum (9 mm Pist Pat 41) verschossen werden kann.

Auszug aus dem Reglement zur 9 mm Mp HK 5 SD3 der Schweizer Armee:
Um mit der Mp HK 5 SD3 9 mm Pist Pat 41 (Überschall) verschiessen zu können, wurden unmittelbar nach dem Patronenlager zusätzliche Bohrungen angebracht. Durch diese Bohrungen entweicht ein Teil des Druckes und reduziert dadurch die Mündungsgeschwindigkeit (V₀) auf ca 285 m/s. Deshalb kann kein Geschossknall auftreten. Der unvermeidliche Mündungsknall wird zudem wesentlich abgeschwächt.

Zudem wurde das Verschlussgehäuse zur Montage des Zielfernrohrs, Typ Kern ZF 4x24, mit einer speziellen Aufnahmekonstruktion ergänzt. Das Kern ZF 4x24 (auch verwendet mit dem Stgw 57 und später dem Stgw 90) wurde der Flugbahn der 9 mm Pist Pat 41 angepasst.

Die von Hand aufgebrachten grünen Nummern auf dem Verschlussgehäuse, dem Zielfernrohr und dem Schalldämpfer (siehe Bildersammlung weiter unten)  dienen der Teileidentifikation bei der Wartung, denn Zielfernrohr und Waffe sind zusammen eingeschossen. Die grünen Nummern sind rudimentär gewählt und haben keinen Zusammenhang mit der Seriennummer der Waffe.

Was bei genauer Betrachtung auffällt: Es gibt offenbar MP5 SD der Schweizer Armee, die sich in sehr geringer Weise unterscheiden:

Bild links: Ausformung des unteren "Dreiecks" im Griffstück mit "flacher" Ecke und 3 Bohrungen auf der linken Seite des  Magazinschachts.
Die werkseitig angebrachten Bohrungen dienen dazu, den standardmässigen Clip für die Riemenbefestigung mit der Waffe zu vernieten. Dieser Clip war möglicherweise ursprünglich an der Waffe, wurde dann aber später wieder entfernt. 

Bild rechts: Unteres "Dreieck" im Griffstück jetzt mit "spitzer" Ecke und keine Bohrungen mehr an der rechten Seite des Magazinschachts. Das heisst, diese Waffe wurde explizit ohne den Clip bei HK bestellt. 

Erläuterung: Das SEF-Griffstück mit dem abgeflachten unteren Dreieck ist die "alte" Bauform. Das SEF-Griffstück mit dem spitz zulaufenden unteren Dreieck ist die "neue" Bauform. Der Wechsel der Formänderung beim SEF-Griffstück von flach zu spitz vollzog HK anfangs der 1980er Jahre.

Diese Details könnten ein Indiz dafür sein, dass es (mindestens) zwei, zeitlich unterschiedliche Lieferungen der MP5 SD an die Armee gab. 

 

Fotosammlung zur 9 mm Mp HK 5 SD3

9 mm Mp HK 5 SD3 der Armee. Das Bild ist von 2024.

 

Konstruktion der Zielfernrohr-Aufnahme. Bild ist von 2024.

Auf diesem Bild gut zu erkennen: Die Seriennummer der MP5 ist üblicherweise oben auf dem Verschlussgehäuse angebracht. Da nun aber an dieser Stelle eine fest verschweisste Zielfernrohr-Montage angebracht ist, wurde 1. die Waffenbezeichnung "MP5 SD3" (hier knapp lesbar), 2. die Seriennummer (hier abgedeckt) und 3. die Herstellerbezeichnung "HK", auf die rechte Seite des Magazinschachts verlegt. Die von Hand mit grüner Farbe aufgemalten Zahlen ermöglichen die Zuordnung des Kern-Zielfernrohrs zur jeweiligen Waffe.

Weiter erkennt man unten am Magazinschacht den von der Armee verwendeten "UID Tag" (Sticker), welcher nebst dem QR-Code auch die SAP-Nummer (hier abgedeckt) und die Seriennummer der Waffe (auch abgedeckt) trägt.

 

Zielfernrohr für die 9 mm Mp HK 5 SD3. Das Bild ist von 2023.

 

Bericht des Schweizer Fernsehens über die P-26. Die 9 mm Mp HK 5 SD3 wird in diesem Bericht bei 16:57 kurz gezeigt. https://www.youtube.com/watch?v=FE_PyFaaOw0&t=12s

 

Reglement zur 9 mm Mp HK 5 SD3

 

KSK (Kommando Spezialkräfte) beim Training mit der 9 mm Mp HK 5 SD3:

MP5 SD der Schweizer Armee. Diese Aufnahme ist von 2025. 

 

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